Renditenvergleich - Kosten fressen Rendite

Die Wertentwicklung von risikobehafteten Anlagen ist unsicher und kann nicht von Ihnen beeinflusst werden. Einen Bestandteil Ihrer Rendite können Sie jedoch beeinflussen und das ist Ihre Kostenstruktur.

Um die wichtigsten Kostenblöcke bei einer Kapitalanlage zu verstehen, habe ich nachfolgend zwei verschiedene Anlagemöglichkeiten skizziert.

Provisionsbehaftete Produkte z.B. Fonds der Hausbank, Angebote von provisionsbasierten Finanzberatern

  1. Abschlusskosten:
    Üblicherweise 3-5% der Anlagesumme. Wird bei Kauf der Fondsanteile fällig und gehört demjenigen, der Ihnen das Produkt verkauft hat. Also nicht wundern, wenn der erste Depotauszug Ihnen ein Verlust zeigt. Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer.
  2. Managementgebühr:
    Für die Verwaltung des Fondsvermögens erhebt das Fonds-Management eine jährliche Gebühr in Prozent des betreuten Vermögens. Diese Kosten werden dem Fondsvermögen direkt entnommen und sind daher für Sie nicht explizit sichtbar. Diese Kostenquote muss auf den Wesentlichen Anlegerinformationen (WAI) aufgeführt sein. Wichtig ist hierbei, dass ein Teil dieser Managementgebühr als „Kick-back“ für die erfolgreiche Vermittlung an Ihren Finanzvermittler zurückfließt. Nehmen Sie einfach mal die ISIN Ihrer Anlage und schauen Sie nach, wie hoch diese Managementgebühr ist. Zum Vergleich: kostengünstige Anlageformen bekommen Sie für 0,3-0,5% laufende jährliche Kosten.
  3. Kosten für Ihren Berater:
    Auch wenn Sie nie eine Rechnung von Ihrem Ansprechpartner bei der Bank oder Ihrem Finanzberater auf Provisionsbasis sehen, Sie bezahlen ihn über die oben genannten Kostenblöcke. Rechnen Sie mal nach und Sie werden überrascht sein.
  4. Kosten für Depotführung und Transaktionen:
    Hier gibt es unzählige Varianten und je nach Ihrem Investitionsansatz sinnvolle und weniger sinnvolle Lösungen. Sofern Sie hier eine volumenabhängige Depotgebühr bezahlen oder Ihre Kosten deutlich über 150 EUR p.a. sind, sollten Sie sich mit dem Thema einmal auseinandersetzen.

Netto-Produkte z.B. ETFs, Angebot von Honorar-Finanzanlageberatern

  1. Abschlusskosten:
    keine
  2. Managementgebühr:
    Siehe oben für die Logik. Kostengünstige Produkte, deren Kostenquote bei rund 0,5% liegt, sind inzwischen von vielen Top-Anbietern verfügbar.
  3. Kosten für Ihren Berater:
    In Abhängigkeit vom vereinbarten Zusammenarbeitsmodell. Das heißt entweder anteilig in Prozent des betreuten Vermögens oder auf Stundenbasis.
  4. Kosten für Depotführung und Transaktionen:
    Hier gibt es unzählige Varianten und je nach Ihrem Investitionsansatz sinnvolle und weniger sinnvolle Lösungen. Sofern Sie hier eine volumenabhängige Depotgebühr bezahlen und/oder Ihre Kosten deutlich über 150 EUR p.a. sind, sollten Sie sich mit dem Thema einmal auseinandersetzen.

Zusammenfassung der Annahmen und Ergebnisse

  Provisionsbehaftete Produkte Netto-Produkte
Ihr Vermögen nach 30 Jahren 140.000 EUR 166.000 EUR
Anlagebetrag 100.000 EUR 100.000 EUR
Anlagedauer 30 Jahre 30 Jahre
Ausgabeaufschlag 5,0 % 0,0 %
Managementgebühr 1,7 % 0,5 %
Beraterkosten 0,0 % 0,8 %
Rendite 3,0 % 3,0 %

Fazit

Nach 30 Jahren ist das in provisionsfreie Netto-Produkte angelegte Vermögen um fast 26.000 EUR höher.


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